Kinderfreizeit am Schluchsee

Kinderfreizeit am Schluchsee

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge winkten die 34 Kinder ihren Eltern aus dem losfahrenden Bus, die auf dem Parkplatz der Fritz-Mannherz-Hallen zurück blieben, mussten doch Eltern wie Kinder die nächsten Tage ohne einander auskommen. Aber die kurze Trauer mancher Teilnehmer war schnell wieder verflogen, fand sich doch auf der diesjährigen Kinderfreizeit des CVJM Reilingens eine tolle Gruppe im Alter von acht bis zwölf Jahren zusammen.

Natürlich musste man, wenn so viele Kinder und Betreuer in dem alten Bauernhaus, dem „Gut Kech“ unweit des Schluchsees, nun für zehn Tage zusammenleben sollten, sich erst einmal richtig kennenlernen. Dafür gab es gleich am ersten Abend der Freizeit einen aufregenden Kennenlernabend.

Wie bei den Freizeiten des CVJM Reilingen üblich, hatte jeder Tag seinen festen Ablauf. Um 7:30 Uhr wurde für den Frühsport geweckt. Obwohl die Teilnahme daran nicht verpflichtend war, standen doch jeden Morgen immer einige Kinder gerne früh auf, um dann gemeinsam mit einem Leiter Sport zu machen. Um halb 9 gab es dann Frühstück.

Zwischen dem Morgen-, Mittags- und Abendprogramm hatten die Kinder Zeit, um auf dem Außengelände zu toben und zu spielen oder gemeinsam ihre Zimmer aufzuräumen, denn am Ende der Freizeit sollte es für das sauberste und am schönsten geschmückte Zimmer den begehrten Preis der „Zimmermeisterschaft“ geben. Gerne kamen auch Kinder in die Küche, um dem Küchenteam um Melanie Veit und Alexander Hartmann beim Zubereiten der Mahlzeiten zu helfen oder beim täglichen Backen des selbstgemachten Sauerteigbrots zuzusehen. Den beiden Köchen war es wichtig, stets viel selbst zuzubereiten. So gab es unter anderem selbstgemachte Maultaschen, Hamburger oder zum Beispiel Linsen mit Spätzle.

Jeder Abend wurde gemeinsam in der hauseigenen Kapelle abgeschlossen. Die Kinder durften ihr Bettzeug und ihr Lieblingskuscheltier mitnehmen, dann lagen oder saßen alle ruhig auf dem Boden und lauschten jeden Abend einigen Kapiteln der Geschichte von Jim Knopf und der Wilden 13, die von Johanna Buck gelesen und erzählt wurde. Vor der Geschichte betete ein Leiter mit den Kindern, bedankte sich bei Gott für das Erlebte an dem Tag und bat ihn um seinen Segen für die Nacht.

Großes Thema der Freizeit war der Orient. Bei den Bibelarbeiten drehte sich aber alles um „Helden“. Die Kinder durften sich ihren eigenen Superhelden aus vorgegebenen Eigeschaften basteln, sie lernten verschiedenen Helden aus der Bibel kennen wie David oder den barmherzigen Samariter kennen. Im Gottesdienst machten die Teilnehmer Bekanntschaft mit dem großen Helden Jesus von Nazareth, der z.B. im Vorbeigehen Blinde wieder sehend macht oder Traurigen Trost spendet.

Bereits am Mittwoch bekamen die Kinder hohen Besuch: Der bekannte und mächtige Sultan hatte sein Kommen angekündigt. Thomas Brox schlüpfte in die Rolle des etwas wortkargen Herrschers, der sich auf der Freizeit ein neues Kamel kaufen wollte. Die Kinder mussten ihm zusammen mit dem Marktschreier Till Pepperkok beim Kamelrennen dabei helfen, das richtige zu finden.

Die acht Betreuer schlüpften auf der gesamten Freizeit immer wieder in neue Rollen und hatten dank der umfangreichen CVJM-Verkleidungskiste immer ein passendes Outfit parat. So zum Beispiel löste Dominik Rauth bei der Schnitzeljagd das Rätsel eines Flaschengeistes mit Hilfe der Kinder. Es gab einen Multimedia-Abend mit Selina Knöbl, Annika Rimpf und Till Pepperkok, einen Bingo-Abend mit Lisa Lautenschläger und Judith Schell, einen Wellnessabend und eine Nachtwanderung mit anschließenden Lagerfeuer, Stockbrot und jeder Menge gesungener Lieder, wie es sich gehört.

Der Wassertag fiel leider buchstäblich ins Wasser, weil es draußen so sehr regnete, dass sich das Regenwasser auf dem Weg vor dem Haus schon in einem kleinen Bächlein seinen Weg ins Tal suchte. Doch die freizeiterfahrenen Betreuer des CVJM Reilingen brachte das nicht aus der Ruhe, sie hatten sich schon ein Ersatzprogramm ausgedacht. So gab es an diesem verregneten Nachmittag kurzerhand ein Musikquiz, ein Quiz durch alle Stockwerke des Freizeithauses und das ABC-Spiel.

In diesem Jahr hatte man trotz einiger kälterer Tage zu Anfang der Freizeit, die sich auf fast 1000 m Höhe, auf denen das Freizeithaus lag, noch stärker auswirkten, Glück mit dem Wetter. Den sonnigsten Tag mit Temperaturen wie im Hochsommer gab es beim Besuch des Freibads „Aqua Fun“ direkt am Schluchsee, ein Volltreffer! Ein weiterer Ausflug führte die Gruppe in ein Bergwerk in der kleinen Gemeinde Todtmoos, das „Hoffnungsstollen“ genannt wurde. In seiner sehr interessanten Führung zeigte der Bergwerkführer Herr Müller die verschiedenen Stollen, wie das Grubentelefon funktioniert und erklärte den Kindern, dass die Bergleute vor knapp 150 Jahren meist erfolglos ihren Weg durch das Gestein schlugen, und das mit einer Geschwindigkeit von nur zehn Zentimetern in der Woche.

Dass auch eine Gemeinde, die mit knapp 4000 Einwohnern um Einiges kleiner als Reilingen ist, sogar einen eigenen Dom haben kann, erfuhren die Kinder beim Stadtausflug in Sankt Blasien. Nach der kurzweiligen, einstündigen Domführung lobte die Führerin die Gruppe des CVJM aus Reilingen: Sie hätte noch nie eine Gruppe mit so aufmerksamen und interessierten Kindern gehabt. Anschließend durften die Teilnehmer in mindestens 4er-Gruppen selbständig durch die Fußgängerzone des kleinen Ortes laufen und viele kauften sich oder der daheimgebliebenen Familie kleine Geschenke. Mit dem Linienbus fuhr man dann wieder zurück zum Kech‘schen Gut nach Schluchsee.

Der CVJM Reilingen bedankt sich bei dem Leiterteam mit Lisa Lautenschläger, Judith Schell, Johanna Buck, Selina Knöbel, Annika Rimpf, Till Pepperkok, Dominik Rauth und Thomas Brox, das mit großem Einsatz die Freizeit ehrenamtlich und mit großer Detailverliebtheit geplant (Die Vorbereitungen beginnen lange vor der Freizeit im Dezember) und professionell durchgeführt hat.

Bilder von der Kinderfreizeit gibt’s hier.